Kompetenzagentur Erzgebirge

    Kompetenzagentur Erzgebirge
    Kompetenzagentur Erzgebirge
    Eibenstocker Straße 67a • 08349 Johanngeorgenstadt
    Tel.: 03774 509725
    Fax: 03774 509728

    gefördert durch:

    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
    Europäischer Sozialfonds für Deutschland
    Europäische Union
    Europäische Union

    Über uns

    Die Kompetenzagentur verfügt im Raum Aue - Schwarzenberg über mehrere Anlaufstellen, wobei sie ihren Hauptsitz im Schwarzenberger Stadtteil Sonnenleithe hat. Beratungen sind auch in Kontaktstellen in Breitenbrunn, Lauter und Schneeberg möglich. Bei Bedarf können Beratungen auch in wohnortnahen Räumen anderer AWO Einrichtungen durchgeführt werden.
    Die Jugendsozialarbeit verfolgt einen aufsuchenden und mobilen Beratungsansatz, so dass die Mehrzahl der Beratungsgespräche im sozialen Umfeld des einzelnen Klienten stattfinden.


    Hauptsitz der Kompetenzagentur

    AWO Erzgebirge gemeinnützige GmbH
    Sachsenfelder Straße 89
    08340 Schwarzenberg
    Tel.: 03774/509725


    Ansprechpartner:
    Madeleine Sommer (Diplom-Sozialpädagogin)
    Maria Pahlisch (Bachelor of Arts Fachrichtung Pädagogik)

    Unser Konzept

    Die Kompetenzagentur der AWO Erzgebirge ist in den Bereichen Jugendberatung und Jugendberufshilfe tätig.
    Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 26 Jahren. 
    Gerade in der Übergangsphase vom Jugendalter zum Erwachsenenalter sind für 
    junge Menschen eine Reihe von Entwicklungsaufgaben zu erfüllen.

    Die Lebensphase, in der sich die jungen Menschen befinden, verlangt ihnen anspruchsvolle Bewältigungsstrategien ab, um von einem „gelungenen“ Sozialisationsprozess sprechen zu können.

    Sie stehen in der Herausforderung, die sehr schnelle Veränderung von körperlichen Merkmalen, Emotionslagen, Denkweisen und Antriebsenergien zu verarbeiten und gleichzeitig Anpassungs- und Qualifizierungsleistungen zu erfüllen. Nicht alle jungen Menschen beherrschen diesen Prozess, so dass sich Problemkonstellationen bei den Entwicklungsaufgaben ergeben, die den weiteren Verlauf der Gesundheits- und Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigen. Aufgabe der Sozialarbeit ist es, genau diese jungen Menschen individuell bei der Bewältigung ihres Sozialisationsprozesses zu begleiten und zu stärken. Die mobile Jugendsozialarbeit (§ 11, § 13 SGB VIII) bietet in dem Zusammenhang eine Reihe von Möglichkeiten. Sie beinhaltet Maßnahmen, Hilfen und Angebote, die Jugendliche mit sozialen Benachteiligungen und / oder individuellen Beeinträchtigungen unterstützen, mit der Zielsetzung, dass die Betroffenen (wieder) in die Lage versetzt werden, in vollem Umfang und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

    Jugendsozialarbeit soll die jungen Menschen aber nicht nur beraten, schulische und berufliche Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten eröffnen, sondern auch sozialpädagogisch begleiten, um sie zu befähigen, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten, ihren Unterhalt zu verdienen und Mitverantwortung wahrzunehmen.
    Dabei basiert die mobile Jugendsozialarbeit, stets unter Wahrung grundlegender pädagogischer Prinzipien auf vier Säulen:

    • mobile, aufsuchende Einzelfallarbeit
    • soziale Gruppenarbeit
    • Netzwerkarbeit
    • arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit

    pädagogische Prinzipien

    Im Zuge der Ausgestaltung des Hilfeangebots, das auf dem Freiwilligkeitsprinzip der 
    jungen Menschen beruht, finden die im Folgenden aufgeführten pädagogischen Prinzipien Anwendung:

    1. Subjektorientierung
      Nur wenn im Rahmen des Betreuungsprozesses die individuellen Kompetenzen des Klienten sichtbar werden, können darauf basierend Maßnahmen im Zuge der Kompetenzentwicklung folgen bzw. angeregt werden. 
      Die Voraussetzung dafür, dass die Klienten ihre Kompetenzen zeigen können, ist es wichtig, dass sie sich angesprochen und ernst genommen fühlen. Von daher ist es unabdingbar, dass die Klienten aktiv in die Gestaltung des Betreuungsprozesses einbezogen werden, um deren weitere Entwicklung voranbringen zu können.
    2. Managing Diversity - Vielfalt anerkennen
      Der Ansatz der Jugendsozialarbeit ist auf die Individualität des einzelnen Klienten ausgerichtet, da die einzelnen Klienten unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. Sie unterscheiden sich beispielsweise hinsichtlich des Geschlechts, des Alters, ihrer Lebensstile, ihrer körperlichen Gegebenheiten (Behinderungen), ihre kulturellen und familiären Hintergründe, ihres religiösen Glaubens oder aber ihrer sexuellen Orientierung. Diese Verschiedenartigkeit wird im Rahmen des Betreuungsprozesses berücksichtigt, so dass den Klienten Wertschätzung gegenüber gebracht und vor Ort ein positiver Umgang mit Wertevielfalt gepflegt wird.
    3. Lebenswelt und Arbeitsweltbezug
      Um sich adäquat mit der aktuellen Situation des einzelnen Klienten auseinandersetzen zu können, ist es erforderlich, dass das pädagogische Personal im Zuge des professionellen Handelns konkrete Bezüge zur Lebenswelt des Klienten, sowie zur Realität der Arbeitswelt herstellen kann. Je konkreter diese Bezüge sind, desto besser können die Klienten vorhandene Kompetenzen zeigen, erkennen, reflektieren und bewerten.
    4. Kompetenzansatz
      Die Arbeit der Jugendsozialarbeit ist ressourcen- und damit kompetenzorientiert. Im Rahmen der pädagogischen Arbeit wird vor diesem Hintergrund das Erleben von eigener Kompetenz gefördert. Auf Grund dieser Erfahrung können sie Vertrauen in ihre eigene Wirksamkeit aufbauend, was sehr motivierend ist. Weiterhin werden die Klienten dadurch dabei unterstützt, neue Ziele und einen eigenständigen Lebensentwurf zu entwickeln.
    5. Transparenzprinzip
      Im Zuge der pädagogischen Arbeit ist es grundlegend, dass die Arbeitsweise im Rahmen des Betreuungsprozesses für die Klienten nachvollziehbar ist. Ausschließlich, wenn sie wissen, in welcher Form und unter Hinzuziehung welcher Methoden sich die Betreuung gestaltet, können auch sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten beteiligen und einbringen.

    Durch die Wahrung dieser pädagogischen Prinzipien ist eine ganz individuelle Begleitung der jugendlichen Klientel gegeben.

    mobile, aufsuchende Einzelfallarbeit

    Die Beratung und Begleitung orientiert sich an der individuellen Lebenswelt und den örtlichen und regionalen Bedingungen des einzelnen jungen Menschen. Ziel soll sein, die Fähigkeit zur Wahrnehmung sozialer Dienstleistungen zu stärken und die Jugendlichen durch eine Vielzahl von Hilfeangeboten zu leiten und zu begleiten. („Lotsenfunktion“) Hierbei kommt der individuellen Förderplanung eine tragende Rolle zu. Nach diesem mit dem Jugendlichen gemeinsam festgelegten Weg, wird er / sie mit unserer Hilfe durch das System verschiedener Hilfeangebote geleitet. Eine Fortschreibung des Förderplanes sowie eine stetige Reflexion der gemeinsam längerfristig angelegten und verbindlichen Pläne sind bindend. Der Kooperation mit diversen sozialen Institutionen, anderen Trägern, Ämtern und Behörden, Betrieben und Firmen der freien Wirtschaft, kommt dabei eine große Bedeutung zu. 
    Die jungen Menschen sollen passgenau, orientiert an ihrer Ausgangssituation, von einem Punkt A, der oft durch diffizile Problematiken gekennzeichnet ist, zu einem Punkt B, der sich durch Eigenverantwortung und –bestimmung auszeichnet, begleitet werden. Sie werden von den MitarbeiterInnen der Kompetenzagentur direkt in ihrem sozialen Umfeld aufgesucht. (Hausbesuche, Treff in jugendspezifischen Einrichtungen, Beratung in Kontaktstellen der Jugendsozialarbeit, Begleitung zu Behörden etc.)

    soziale Gruppenarbeit

    Im Zuge der inhaltlichen Arbeit der Kompetenzagentur werden auch Aktivitäten auf der Grundlage der sozialen Gruppenarbeit realisiert. Diese finden primär im Zuge der Kompetenzfeststellung Anwendung. Die Zielstellung dieser Angebote, die sich häufig durch ihren mit „Mitmach-Charakter“ auszeichnen, besteht darin, dass die jungen Menschen gemeinsam in der Gleichaltrigengruppe positive Erfahrungen in der Kommunikation und Interaktion sammeln können. Zudem sollen ihnen sinnvolle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung aufgezeigt werden. Durch ein kritisches Zusammenspiel zwischen Ermutigung und sozialer Begleitung, durch differenzierte Reflexion des Verhaltens und Erlebens, sowie gezielte jugendspezifische Angebote können jungen Menschen Erfahrungsfelder in deren Lebensalltag eingebracht und so für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung, stets unter dem Fokus der Förderung ihrer beruflichen und sozialen Integration, nutzbar gemacht werden. Die jungen Menschen können während der Teilnahme viel miteinander und voneinander lernen. Sie werden in der Entwicklung von sozialen Schlüsselkompetenzen in Form von Urteils- und Kritikfähigkeit, Toleranz und Akzeptanz, sowie in ihrer realitätsnahen Selbstreflexion mit dem Ziel der Vermittlung von Zukunftsperspektiven gestärkt. Ebenso ist es ein passendes Trainingsfeld zur Förderung von Kreativität, Kooperation und Strategien der Konfliktbewältigung.

    Netzwerkarbeit

    Um der Zielstellung einer einrichtungsübergreifenden und neutralen Einrichtung gerecht zu werden, die für das jugendliche Klientel als „Lotse“ durch das regionale Maßnahmespektrum des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes, sowie das generelle Jugendhilfespektrum führt, ist die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Institutionen, auch über den Einzelfall hinaus, für die Kompetenzagentur Erzgebirge grundlegend. Es hat sich im Lauf der bisherigen Arbeit deutlich gezeigt, dass eine funktionierende und integrative Netzwerkarbeit effektiv ist, um eine dem Klientel angepasste pädagogische Arbeit gewährleisten zu können. Sie besitzt die Qualität, Aufgaben zu bewältigen, welche für den einzelnen Akteur im gesamten Hilfeprozess unter Berücksichtigung qualitativer Standards in der pädagogischen Arbeit diffizil zu bewerkstelligen sind.

    arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit

    Zu den Hauptaufgaben der TeilnehmerInnen zählten in der Vergangenheit primär die Bearbeitung des Rohstoffes Holz zu Schutzhütten in unseren heimischen Wäldern, Bänken, Tischen, Spielgeräten, Sitzgruppen, sowie weiteren gestalterischen Elementen (Wegweiser, Informationstafeln, Hinweistafeln, Papierkörbe), die anschließend gemeinnützigen Einrichtungen bzw. Städten und Gemeinden übergeben werden konnten. Die Zielstellung besteht darin, dass eine sinnvolle und sinnschaffende Arbeit realisiert wird, die Mittel zum Zweck ist. 
    Die jungen Menschen sollen erfahren, dass sie gebraucht werden, dass sie nicht nutzlos sind. Sie sollen bauen – eine Sache auf Zukunft hin. Bauen für eine spätere Nutzung. Bauen ist auch Hoffnung, dass es weiter geht, dass es gut geht, dass es Sinn macht und dass es Erfolg hat.
    Der Bildungsteil umfasst prozentual betrachtet zur Gesamtmaßnahmedauer einen bestimmten zeitlichen Umfang, der in der Regel modulartig und teilnehmerorientiert durchgeführt wird. Er dient der beruflichen Interessenfindung, der individuellen Kompetenzfeststellung und zur Förderung der Motivation.
    Externe Betriebspraktika, ermöglichen den TeilnehmerInnen Orientierung und die Objektivierung von beruflichen Wünschen unter arbeitsmarktrelevanten Bedingungen. Dadurch besteht zudem die Möglichkeit individuell zu prüfen, ob der Übergang in ein reguläres Ausbildungs- bzw. Arbeitsverhältnis unter den aktuellen Bedingungen des Einzelnen möglich wäre bzw. was dem (noch) im Wege steht. Die tatsächliche Realisierung des beruflichen Trainings im Sinne eines betrieblichen Praktikums richtet sich jedoch immer nach der jeweiligen persönlichen Eignung des Teilnehmers unter Berücksichtigung der gesundheitlichen und sozialen Situation.

    Finanzierung

    Die Kompetenzagentur der AWO Erzgebirge wird gefördert durch das Modellprogramm
    „JUGEND STÄRKEN im Quartier“.
    Das Modellprogramm „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) wird seit Jahresbeginn 2015 zunächst für vier Jahre in benachteiligten Stadt‐ und Ortsteilen von 185 Kommunen in 15 Bundesländern umgesetzt. Dafür stehen rund 115 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und 5 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung.

    Das ressortübergreifende ESF‐Vorhaben unterstützt junge Menschen mit Startschwierigkeiten beim Übergang von der Schule in den Beruf mit aufsuchender Arbeit, Beratung und Einzelfallhilfe (Jugendsozialarbeit). Ziel ist, individuelle Hürden auf dem Weg Richtung Ausbildung und Arbeit zu überwinden und eine schulische, berufliche und soziale Integration zu ermöglichen. Ergänzend können Mikroprojekte realisiert werden, die neben der Entwicklung der Jugendlichen der Aufwertung von Quartieren dienen. Informationen zum Programm finden sich unter
    www.jugend-staerken.de.
    ©2019 AWO Erzgebirge gemeinnützige GmbH
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